Gesundheitsbenefits, die ziehen: Wie KMUs mit Vorsorgeangeboten im Recruiting punkten

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem entscheidenden Bewerbungsgespräch mit einer hochqualifizierten Fachkraft, nach der Sie monatelang gesucht haben. Das Gehalt stimmt, die Aufgaben sind spannend, das Team wirkt sympathisch. Doch dann kommt die alles entscheidende Frage: "Und was bieten Sie mir abseits des Gehalts?" Ein Obstkorb im Pausenraum oder ein Wuzzler im Aufenthaltsbereich locken heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. In einer Zeit, in der der Arbeitskräftemangel österreichische Unternehmen stark fordert, müssen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) deutlich kreativer und strategischer werden. Ich habe mir die aktuellen Daten und Studien angesehen und festgestellt: Echte, nachhaltige Gesundheitsbenefits sind der Schlüssel, um im Kampf um die besten Talente die Nase vorn zu haben.

Der Arbeitskräftemangel als Treiber für neue Benefitstrategien

Die Situation am österreichischen Arbeitsmarkt ist herausfordernd und zwingt Unternehmen zum Umdenken. Laut einer aktuellen Analyse von Stepstone leiden in Österreich bereits acht von zehn Unternehmen unter den Auswirkungen des Fachkräftemangels. Eine aktuelle Eurostat-Studie belegt zudem, dass Österreich nach den Niederlanden, Belgien und Malta mit 3,2 Prozent die höchste Quote an unbesetzten Stellen im dritten Quartal 2025 aufweist. Für HR-Manager bedeutet das: Der klassische "Post and Pray"-Ansatz funktioniert nicht mehr. Sie müssen aktiv Argumente liefern, warum sich ein Talent für genau Ihr Unternehmen entscheiden sollte.

Gleichzeitig steigen die krankheitsbedingten Fehlzeiten, was die Situation weiter verschärft. Der Fehlzeitenreport 2025 des WIFO und der österreichischen Sozialversicherung zeigt, dass unselbständig Beschäftigte im Jahr 2024 durchschnittlich 15,1 Kalendertage im Krankenstand verbrachten – abgesehen vom Rekordjahr 2023 der höchste Wert seit über 30 Jahren. Die direkten und indirekten Kosten dieser Ausfälle belaufen sich auf rund 5,8 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Rolf Gleißner von der Wirtschaftskammer Österreich bringt es auf den Punkt: Jeder Krankenstandstag kostet ein Unternehmen im Schnitt mindestens 250 Euro.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass Investitionen in die Gesundheit der Belegschaft nicht nur eine Frage der Fürsorge, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit sind. Für den CEO bedeutet das: Gesundheitsförderung ist kein Wohlfühlfaktor mehr, sondern ein Instrument zur Risikominimierung und Produktivitätssteigerung.

Was sich Mitarbeitende wirklich wünschen

Die PwC Benefits Studie 2024/2025, für die über 1.100 Berufstätige in Österreich befragt wurden, liefert klare Erkenntnisse: Beschäftigte aller Generationen erwarten, dass betriebliche Benefits Gesundheit und Wohlbefinden fördern. Bemerkenswert ist, dass 37 Prozent der Befragten sogar bereit wären, für eine zusätzliche Urlaubswoche auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Wer als KMU also meint, mit einem höheren Gehalt allein punkten zu können, unterschätzt, was die Belegschaft von heute wirklich bewegt. Sicherheit, Gesundheit und eine ausgewogene Work-Life-Balance stehen ganz oben auf der Prioritätenliste.

Doch wie sieht die Realität in den Unternehmen aus? Eine Umfrage des Risikoberaters Greco aus dem Jahr 2026, für die 205 österreichische Unternehmen befragt wurden, zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Während 69 Prozent der Unternehmen klassische Benefits wie eine Kantine oder Essenszuschüsse anbieten und 91 Prozent flexible Arbeitszeiten ermöglichen, ist die betriebliche Vorsorge weit weniger präsent. Nur 26 Prozent bieten eine Zusatzkrankenversicherung an, und lediglich 8 Prozent eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Dabei ist 71 Prozent der befragten Unternehmen bewusst, dass Benefits für die Mitarbeiterbindung wichtig sind, und 68 Prozent schreiben ihnen einen hohen Stellenwert im Recruiting zu. Die Lücke zwischen Wissen und Handeln ist also beträchtlich.
Joachim Schuller, Competence Center Manager Health and Benefits bei Greco, bringt das Problem auf den Punkt: "Damit vergeben Arbeitgeber eine große Chance, sich im Wettbewerb um Talente strategisch zu positionieren".
 

 

Betriebliche Vorsorge als strategischer Vorteil

Eine vom Arbeitgeber geförderte Vorsorge ist ein starkes Signal der Wertschätzung. Sie zeigt, dass das Unternehmen Verantwortung für das Wohl der Belegschaft über den Arbeitsalltag hinaus übernimmt. Und das kommt an: Laut einer Spectra-Umfrage ist für mehr als 80 Prozent der Menschen im Erwerbsalter betriebliche Vorsorge ein wichtiges Thema. Sieben von zehn Befragten fordern sogar, dass sie verpflichtend vorgeschrieben sein sollte.

Die Vorteile für KMUs lassen sich auf drei Ebenen zusammenfassen:

Ebene

Wirkung

Recruiting (HR-Perspektive)Unternehmen mit echten Gesundheitsangeboten heben sich in einem umkämpften Markt deutlich von der Konkurrenz ab. Sie bieten greifbare Argumente im Bewerbungsgespräch und stärken das Employer Branding nachhaltig.
Mitarbeiterbindung (Kulturelle Perspektive)Wer sich um die Gesundheit seiner Leute kümmert, schafft Loyalität und senkt die Fluktuation. Mitarbeitende, die sich wertgeschätzt fühlen, wechseln seltener den Arbeitgeber.
Produktivität (CEO-Perspektive)Präventive Maßnahmen helfen, Langzeitkrankenstände zu vermeiden. Laut WIFO könnten durch eine Reduktion der Langzeitkrankenstände um nur 10 Prozent rund 2,6 Millionen zusätzliche Arbeitstage in Österreich generiert werden. Das sichert die operative Leistungsfähigkeit.

Den richtigen Partner finden

Die Implementierung von Gesundheitsbenefits muss nicht kompliziert sein. Wichtig ist, Angebote zu schaffen, die einen echten Mehrwert bieten und leicht in den Arbeitsalltag integrierbar sind. Gerade für KMUs, die keine eigene HR-Abteilung mit Kapazitäten für aufwendige Projektkoordination haben, ist die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner entscheidend. Ein Flickenteppich aus Einzelmaßnahmen verpufft oft wirkungslos; gefragt sind ganzheitliche, professionell begleitete Konzepte.

Wenn Sie darüber nachdenken, wie Sie Ihr Unternehmen im Recruiting besser aufstellen und gleichzeitig die Gesundheit Ihres Teams fördern können, finden Sie bei spezialisierten Anbietern wie dem Vorsorgeinstitut eine praxisnahe Lösung. Das Vorsorgeinstitut bietet maßgeschneiderte Vorsorgeuntersuchungen für Firmen an, die genau auf die Bedürfnisse von KMUs abgestimmt sind. Mit speziellen Checks zu Alltagsanforderungen, etwa zu Herz-Kreislauf, Lunge oder Stressbelastung, und einer kompletten Abwicklung des gesamten Vorsorgeprojekts inklusive Terminen und Labor wird Ihre Personalabteilung entlastet, während Ihre Mitarbeitenden von einer individuellen Gesundheitsberatung profitieren.

Gesundheitsbenefits sind kein "Nice-to-have" mehr, sondern ein entscheidender Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg. Wenn Sie heute in die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden investieren, sichern Sie sich die Fachkräfte von morgen und positionieren sich als moderner, verantwortungsvoller Arbeitgeber.